Die Nadel im Heuhaufen zu finden ist fast unmöglich. Sie jedoch fallen zu hören ist sehr wahrscheinlich. Wer sie hört, der kann sie auch sehen.
Zwei Blinde begleiten das Publikum durch eine Dunkelheitsschleuse in einen Raum, in eine unbekannte Welt. Anfangs suchen die Augen einen Halt. Nach kurzer Zeit übernehmen jedoch die Ohren die Steuerung der Bilder im Kopf.
Unverstärkte und improvisierte Töne, gemischt mit analog gebauten Geräuschen des Alltags, verleihen den Momenten ganz eigene Bilder. Die Töne haben unendlich viel Platz in der Dunkelheit. Sie entfalten sich in jedem Menschen anders. Am Ende der Vorstellung werden die Zuhörer wieder nach außen begleitet. Und jeder trägt die eigenen Bilder mit sich nach Hause.
Der Raum wird zu keinem Zeitpunkt sichtbar, die Imagination des Raumes und die Orientierung finden über das Gehör statt. Ein zentrales Element ist die Stille. Sie wird bewusst zugelassen und erzeugt ungemeine Spannung. Musik, Text, Dialoge und Geräusche werden – frei und im Moment improvisiert – behutsam in die Stille eingeflochten. Alle Klänge und Geräusche sind analog und live erzeugt, ohne Elektronik, Verstärkung oder Sampling.
„Wir nehmen, was wir hören, ertasten etc. und fügen es zu Vorstellungen und Bildern zusammen. Durch das Hören ist und bleibt die Welt vielfältig.“